Seminar 7 (Spezialseminar Ego-State-Therapie): "Mit dem Teufel in einem Boot" - Vertiefende Arbeit mit destruktiv wirkenden bewältigenden Ego-States

Datum Zeit Ort
26.11.2022 09:30–18:00 Uhr IfHE Veranstaltungsort Remise
27.11.2022 09:30–17:00 Uhr IfHE Veranstaltungsort Remise
Ort
IfHE Veranstaltungsort Remise
Pankgrafenstraße 1, 13187 Berlin-Pankow

(Haltestelle Berlin-Pankow: S-Bahn S2, S8, S85; U-Bahn U2; Tram 51, M1 Haltestelle Pankow Kirche)

IfHE Veranstaltungsort Remise
Pankgrafenstraße 1, 13187 Berlin-Pankow

(Haltestelle Berlin-Pankow: S-Bahn S2, S8, S85; U-Bahn U2; Tram 51, M1 Haltestelle Pankow Kirche)

ReferentIn
Dr. phil. Dipl.-Psych. Kai Fritzsche
Fortbildungspunkte
16
Standardpreis
€ 345,00
M.E.G.-Mitglieder
€ 325,00
Freie Plätze
ausgebucht

Allgemeines

Das Seminar 7 „"Mit dem Teufel in einem Boot" - Vertiefende Arbeit mit destruktiv wirkenden bewältigenden Ego-States ist ein Spezialseminar, das im Rahmen des zertifizierten Curriculums Ego-State-Therapie angeboten wird. Es werden – ergänzend zum Seminar 5 fortgeschrittene Konzepte und Techniken der Ego-State-Therapie für diese Thematik vermittelt.

Die Inhalte des Spezialseminars bauen auf die Seminare des Curriculums (Seminar 1 – 6) auf. Die in den vorhergehenden Seminaren thematisierten Konzepte und Interventionen werden für die Arbeit mit destruktiv wirkenden Ego-States genutzt. Das Spezialseminar kann auch dann besucht werden, wenn noch nicht alle Seminare des Curriculums absolviert wurden. Empfehlenswert wäre es, die Seminare 1 – 3 bereits besucht zu haben. Wir empfehlen, das Spezialseminar gemeinsam mit dem Seminar 5 zu absolvieren. Beide Seminare sind in sich abgeschlossen, gehören jedoch inhaltlich zusammen.

Das Seminar richtet sich an approbierte ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen.

Das Seminar ist zusätzlich im Rahmen der Fortbildung in Klinischer Hypnose von der M.E.G. als „C-Seminar“ anerkannt. Das Spezialseminar wird zur Zertifizierung bei der Berliner Psychotherapeutenkammer eingereicht. Es werden 16 Fortbildungspunkte beantragt.

Bitte beachten Sie die Voraussetzungen für die Zertifizierung des Curriculums Ego-State-Therapie sowie die allgemeinen Anmeldebedingungen des IfHE. 

Inhalt

Die Arbeit mit destruktiv wirkenden Anteilen einschließlich der Täterintrojekte gehört zu den wichtigsten Herausforderungen in der Ego-State-Therapie. Ein Großteil der Fragen in Supervisionsveranstaltungen richtet sich auf diesen Bereich der therapeutischen Arbeit. Destruktiv wirkende Ego-States können bei allen Patientinnen und Patienten eine maßgebliche Rolle spielen, unabhängig vom Störungsbild und Anlass der Behandlung.

Mittlerweile finden wir im Bereich der Ego-State-Therapie mehrere störungsspezifische Konzepte der Arbeit mit Täterintrojekten und destruktiv wirkenden Anteilen. Die Konzepte, aus denen verschiedene Interventionen abgeleitet wurden, lassen sich u.a. durch das Ausmaß der Traumafolgestörungen sowie durch das Vorhandensein und die Ausprägung dissoziativer Störungen systematisieren und dadurch gezielter einsetzen. Der große Umfang dieses therapeutischen Materials führte dazu, im IfHE ein zusätzliches Seminar für diesen Schwerpunkt anzubieten, das die Inhalte des Seminars 5 erweitert.

Im Spezialseminar wird u.a. auf die wichtigen Themen, wie Scham und Täterintrojekte, Täterbindung sowie transgenerative Aspekte eingegangen. Es werden neben den bewährten Herangehensweisen neu entwickelte Konzepte aufgegriffen, vorgestellt und demonstriert. Schwerpunkte bilden zum Beispiel die Arbeiten von Ralf Voigt, das Konzept der Arbeit mit feindseligen Anteilen von Richard Kluft sowie die kognitive Arbeit mit dissoziierten Anteilen von Catherine G. Fine. Die vorgestellten Teile-Konzepte der Arbeit mit Täterintrojekten und destruktiv wirkenden Anteilen werden in einen Ego-State-therapeutischen Behandlungsplan integriert, in dem die Vielfalt der Ego-States aus einer ressourcenorientierten Perspektive genutzt wird.

Das Spezialseminar soll die therapeutische Arbeit mit Täterintrojekten und destruktiv wirkenden Anteilen erleichtern. Die Teilnehmer/innen werden ihre Kompetenz und Sicherheit im Umgang mit diesen Ego-States weiter erhöhen. Das Ziel besteht darin, entsprechende Ego-States möglichst früh im therapeutischen Prozess zu erkennen und flexibel und methodenreich auf sie reagieren zu können. Die Flexibilität soll eigene therapeutische Stärken einbeziehen und Wege bereiten, neue Interventionen in die Arbeit zu integrieren. Grundlage bietet das in der Ego-State-Therapie entwickelte ressourcenorientierte Konzept der Arbeit mit Täteriontrojekten und destruktiv wirkenden Anteilen. Dabei werden mehrere Ebenen einbezogen, wie die Beziehungsebene, die Handlungsebene und die Körperebene. 

Methoden

Im Seminar wird den Teilnehmer*innen ein Einblick in die theoretischen Ansätze, die Methoden und Behandlungsstrategien der Arbeit mit Täterintrojekten und destruktiv wirkenden Anteilen praxisnah und abwechslungsreich vermittelt. Durch Demonstrationen, Übungen und Diskussionen wird ein vielfältiger Zugang geschaffen. Das Seminar wird die Möglichkeit bieten, erste Schritte dieser Thematik unmittelbar anzuwenden, also in die eigene psychotherapeutische Arbeit einzuflechten.

 

Literatur

  • Fritzsche, Kai (2021): Ego-State-Therapie bei Traumafolgestörungen. Handbuch für die Praxis. Heidelberg: Carl Auer Verlag. 
  • Fritzsche K. (2020) Die Begegnung mit Persönlichkeitsanteilen in der Ego-State-Therapie. In: Stadler C., Kress B. (eds) Praxishandbuch Aufstellungsarbeit. Springer, Wiesbaden
  • Fritzsche, K. (2018). Praxis der Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.
  • Kai Fritzsche (2018). Grenzerfahrungen, Grenzübergänge, überwundene Grenzen. Mit Ego-State-Therapie von der Dissoziation zur Integration. Hypnose - Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie(Hypnose-ZHH), 13 (02)119-139.
  • Fritzsche, K. (2017). Zwei Gesichter der Dissoziation: Ego-State-Therapie zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Psychotherapie im Dialog 3, 79-82.
  • Fritzsche, K. & Hartman, W. (2016). Einführung in die Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.
  • Fritzsche, K. (2013). Einführung in die Ego-State-Therapie. In: Sulz, S.K.D. & Bronisch, T. (Hrsg.) (2013): States of Mind, Ego-States, Selbstmodus – von der zerrissenen zur integrierten Persönlichkeit. München: CIP-Medien.
  • Fritzsche, K. (2014). Einführung in die Ego-State-Therapie. In: Brächter, W. (Hrsg.)(2014). Der singende Pantomime. Ego-State-Therapie und Teilearbeit mit Kindern und Jugendlichen. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.
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