Seminar 7 (Spezialseminar Ego-State-Therapie): Behandlung komplexer Traumafolgestörungen und Bindungsstörungen mit Ego-State-Therapie

Datum Zeit Ort
12.06.2021 09:30–18:00 Uhr Räume der Schwulenberatung Berlin
13.06.2021 09:30–17:00 Uhr Räume der Schwulenberatung Berlin
Ort
Räume der Schwulenberatung Berlin
Niebuhrstr. 59/60, 10629 Berlin-Charlottenburg
Räume der Schwulenberatung Berlin
Niebuhrstr. 59/60, 10629 Berlin-Charlottenburg
ReferentIn
Dr. phil. Dipl.-Psych. Kai Fritzsche
Fortbildungspunkte
16
Standardpreis
€ 345,00
M.E.G.-Mitglieder
€ 325,00
Freie Plätze
ausgebucht

Allgemeines:

Das Seminar 7 ist ein Spezialseminar, das im Rahmen des zertifizierten Curriculums Ego-State-Therapie nach Kai Fritzsche angeboten wird. Es werden fortgeschrittene Konzepte und Techniken der Ego-State-Therapie für diese Thematik vermittelt. Die Inhalte des Spezialseminars bauen auf die Seminare des Curriculums (Seminar 1 – 6) auf. Das Spezialseminar kann auch dann besucht werden, wenn noch nicht alle Fortgeschrittenenseminare des Curriculums absolviert wurden, mindestens jedoch Seminar 1 und 2 (Grundlagenseminare).

Das Seminar richtet sich an approbierte ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen bzw. psychotherapeutisch Tätige weiterer Berufsgruppen mit vergleichbarer Ausbildung.

Das Seminar ist für die Zertifizierung in Ego-State-Therapie durch Ego-State-Therapy International (ESTI) zugelassen. Das Seminar ist zusätzlich im Rahmen der Fortbildung in Klinischer Hypnose von der M.E.G. als „C-Seminar“ anerkannt. Das Seminar wird zur Zertifizierung bei der Berliner Psychotherapeutenkammer eingereicht. Es werden 16 Fortbildungspunkte beantragt. Bitte beachten Sie die Voraussetzungen für die Zertifizierung des Curriculums Ego-State-Therapie durch EST-DE/ESTI sowie die allgemeinen Anmeldebedingungen des IfHE.

 

Seminarinhalt:

Komplexe Traumafolgestörungen treten häufig in der ambulanten Praxis auf und sind mit erheblichen Belastungen verbunden. Den Schwerpunkt dieses Spezialseminars bilden die Möglichkeiten der Behandlung von komplexen Traumafolgestörungen mit Ego-State-Therapie. Die Arbeit fokussiert dabei auf schwer traumatisierte Ego-States, also Ego-States, die auf Grund von schweren (komplexen) traumatischen Ereignissen entstanden sind. Im Seminar wird ein umfassendes integratives traumatherapeutisches Behandlungskonzept für diese Patient*innengruppe vorgestellt und erläutert. Die Inhalte beziehen sich besonders auf die Arbeit mit komplexen Fällen, die in den Basisseminaren meist den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund wird ihnen in diesem Spezialseminar ein angemessener Platz eingeräumt. Traumatherapeutische Strategien werden vertieft und das Handwerkszeug wird erweitert. Das Seminar baut auf Behandlungserfahrungen aus über 20 Jahren traumatherapeutischer Praxis auf.

Die Ego-State-Therapie bietet sich für diese Arbeit hervorragend an. Sie stellt eine integrative Traumatherapiemethode dar, mit der zwei wichtige Konzepte traumatherapeutischer Arbeit vereint werden können:

(A) Die Arbeit mit traumaassoziierten Ego-States und

(B) Die Konfrontation mit traumatischem Erinnerungsmaterial.

Beide Bereiche lassen sich einzeln sowie in Kombination mit unterschiedlichen Gewichtungen im Behandlungsplan realisieren.

Zur Arbeit mit traumaassoziierten Ego-States gehören die Aspekte des Zugangs sowie der Unterstützung und Versorgung, einschließlich dem Nachholen von Ausgebliebenem.

Zur Konfrontation mit traumatischem Erinnerungsmaterial gehören die Aspekte der Sicherheit, Kontrollierbarkeit sowie der Generierung korrektiver Erfahrungen. Die BASK- und SIBAM-Modelle sowie die top-down- und bottom-up-Verarbeitungswege werden als konzeptionelle Grundlage genutzt.

Die Möglichkeiten der Integration der beiden Behandlungsbereiche in ein traumatherapeutisches Gesamtbehandlungskonzept werden vorgestellt. Das Thema der nachträglichen imaginativen Täterkonfrontation wird in das Konzept integriert.

 

Methoden:

Im Seminar werden mehrere achtsamkeitsbasierte Verfahren (u. a. MBSR, MSC, MBCL) vorgestellt und der Fokus auf ihre Verbindung zur Teilearbeit herausgearbeitet. Neben theoretischem Input werden dabei immer wieder Fallbeispiele zur Illustration herangezogen. Den TeilnehmerInnen werden in Demonstrationen und Übungen leicht erlernbare meditative und imaginative Interventionen vorgestellt. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit Grundelemente des Ansatzes unmittelbar in ihre eigene therapeutische Arbeit einfließen zu lassen.

 

Literatur:

  • Fritzsche, K. (2013). Praxis der Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage 2018.
  • Fritzsche, K. (2013). Einführung in die Ego-State-Therapie. In: Sulz, S.K.D. & Bronisch, T. (Hrsg.) (2013): States of Mind, Ego-States, Selbstmodus – von der zerrissenen zur integrierten Persönlichkeit. München: CIP-Medien.
  • Fritzsche, K. (2017). Zwei Gesichter der Dissoziation: Ego-State-Therapie zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Psychotherapie im Dialog 3, 79-82.
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