Seminar 7 (Spezialseminar Ego-State-Therapie): Behandlung komplexer Traumafolgestörungen und Bindungsstörungen mit Ego-State-Therapie

Datum Zeit Ort
29.09.2022 09:30–18:00 Uhr IfHE Veranstaltungsort Remise
30.09.2022 09:30–17:00 Uhr IfHE Veranstaltungsort Remise
Ort
IfHE Veranstaltungsort Remise
Pankgrafenstraße 1, 13187 Berlin-Pankow

(Haltestelle Berlin-Pankow: S-Bahn S2, S8, S85; U-Bahn U2; Tram 51, M1 Haltestelle Pankow Kirche)

ReferentIn
Dr. phil. Dipl.-Psych. Kai Fritzsche
Fortbildungspunkte
16
Standardpreis
€ 345,00
M.E.G.-Mitglieder
€ 325,00
Freie Plätze
3

- Bitte beachten Sie, dass das Seminar an einem Donnerstag und Freitag stattfindet. - 

Allgemeines:

Das Seminar 7 ist ein Spezialseminar, das im Rahmen des zertifizierten Curriculums Ego-State-Therapie nach Kai Fritzsche angeboten wird. Es werden fortgeschrittene Konzepte und Techniken der Ego-State-Therapie für diese Thematik vermittelt. Die Inhalte des Spezialseminars bauen auf die Seminare des Curriculums (Seminar 1 – 6) auf. Das Spezialseminar kann auch dann besucht werden, wenn noch nicht alle Fortgeschrittenenseminare des Curriculums absolviert wurden, mindestens jedoch Seminar 1 und 2 (Grundlagenseminare).

Das Seminar richtet sich an approbierte ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen bzw. psychotherapeutisch Tätige weiterer Berufsgruppen mit vergleichbarer Ausbildung.

Das Seminar ist zusätzlich im Rahmen der Fortbildung in Klinischer Hypnose von der M.E.G. als „C-Seminar“ anerkannt. Das Seminar wird zur Zertifizierung bei der Berliner Psychotherapeutenkammer eingereicht. Es werden 16 Fortbildungspunkte beantragt. Bitte beachten Sie die Voraussetzungen für die Zertifizierung des Curriculums Ego-State-Therapie sowie die allgemeinen Anmeldebedingungen des IfHE.

 

Seminarinhalt:

Komplexe Traumafolgestörungen treten häufig in der ambulanten Praxis auf und sind mit erheblichen Belastungen verbunden. Den Schwerpunkt dieses Spezialseminars bilden die Möglichkeiten der Behandlung von komplexen Traumafolgestörungen mit Ego-State-Therapie. Die Arbeit fokussiert dabei auf schwer traumatisierte Ego-States, also Ego-States, die auf Grund von schweren (komplexen) traumatischen Ereignissen entstanden sind. Im Seminar wird ein umfassendes integratives traumatherapeutisches Behandlungskonzept für diese Patient*innengruppe vorgestellt und erläutert. Die Inhalte beziehen sich besonders auf die Arbeit mit komplexen Fällen, die in den Basisseminaren meist den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund wird ihnen in diesem Spezialseminar ein angemessener Platz eingeräumt. Traumatherapeutische Strategien werden vertieft und das Handwerkszeug wird erweitert. Das Seminar baut auf Behandlungserfahrungen aus über 20 Jahren traumatherapeutischer Praxis auf.

Die Ego-State-Therapie bietet sich für diese Arbeit hervorragend an. Sie stellt eine integrative Traumatherapiemethode dar, mit der zwei wichtige Konzepte traumatherapeutischer Arbeit vereint werden können:

(A) Die Arbeit mit traumaassoziierten Ego-States und

(B) Die Konfrontation mit traumatischem Erinnerungsmaterial.

Beide Bereiche lassen sich einzeln sowie in Kombination mit unterschiedlichen Gewichtungen im Behandlungsplan realisieren.

Zur Arbeit mit traumaassoziierten Ego-States gehören die Aspekte des Zugangs sowie der Unterstützung und Versorgung, einschließlich dem Nachholen von Ausgebliebenem.

Zur Konfrontation mit traumatischem Erinnerungsmaterial gehören die Aspekte der Sicherheit, Kontrollierbarkeit sowie der Generierung korrektiver Erfahrungen. Die BASK- und SIBAM-Modelle sowie die top-down- und bottom-up-Verarbeitungswege werden als konzeptionelle Grundlage genutzt.

Die Möglichkeiten der Integration der beiden Behandlungsbereiche in ein traumatherapeutisches Gesamtbehandlungskonzept werden vorgestellt. Das Thema der nachträglichen imaginativen Täterkonfrontation wird in das Konzept integriert.

 

Methoden:

Im Seminar werden mehrere achtsamkeitsbasierte Verfahren (u. a. MBSR, MSC, MBCL) vorgestellt und der Fokus auf ihre Verbindung zur Teilearbeit herausgearbeitet. Neben theoretischem Input werden dabei immer wieder Fallbeispiele zur Illustration herangezogen. Den TeilnehmerInnen werden in Demonstrationen und Übungen leicht erlernbare meditative und imaginative Interventionen vorgestellt. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit Grundelemente des Ansatzes unmittelbar in ihre eigene therapeutische Arbeit einfließen zu lassen.

 

Literatur

  • Fritzsche, Kai (2021): Ego-State-Therapie bei Traumafolgestörungen. Handbuch für die Praxis. Heidelberg: Carl Auer Verlag. 
  • Fritzsche K. (2020) Die Begegnung mit Persönlichkeitsanteilen in der Ego-State-Therapie. In: Stadler C., Kress B. (eds) Praxishandbuch Aufstellungsarbeit. Springer, Wiesbaden
  • Fritzsche, K. (2018). Praxis der Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.
  • Kai Fritzsche (2018). Grenzerfahrungen, Grenzübergänge, überwundene Grenzen. Mit Ego-State-Therapie von der Dissoziation zur Integration. Hypnose - Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie(Hypnose-ZHH), 13 (02)119-139.
  • Fritzsche, K. (2017). Zwei Gesichter der Dissoziation: Ego-State-Therapie zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Psychotherapie im Dialog 3, 79-82.
  • Fritzsche, K. & Hartman, W. (2016). Einführung in die Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.
  • Fritzsche, K. (2013). Einführung in die Ego-State-Therapie. In: Sulz, S.K.D. & Bronisch, T. (Hrsg.) (2013): States of Mind, Ego-States, Selbstmodus – von der zerrissenen zur integrierten Persönlichkeit. München: CIP-Medien.
  • Fritzsche, K. (2014). Einführung in die Ego-State-Therapie. In: Brächter, W. (Hrsg.)(2014). Der singende Pantomime. Ego-State-Therapie und Teilearbeit mit Kindern und Jugendlichen. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.
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