Seminar 5: „Die dunkle Seite der Macht oder das Fremde in mir." Ego-State-Therapie mit destruktiv wirkenden Ego-States und Täterintrojekten.

Zertifiziertes Curriculum Ego-State-Therapie

Datum Zeit Ort
05.09.2020 09:30–18:00 Uhr Räume der Schwulenberatung Berlin
06.09.2020 09:30–17:00 Uhr Räume der Schwulenberatung Berlin
Ort
Räume der Schwulenberatung Berlin
Niebuhrstr. 59/60, 10629 Berlin-Charlottenburg
Räume der Schwulenberatung Berlin
Niebuhrstr. 59/60, 10629 Berlin-Charlottenburg
ReferentIn
Dr. Kai Fritzsche
Fortbildungspunkte
16
Standardpreis
€ 345,00
M.E.G.-Mitglieder
€ 325,00
Freie Plätze
ausgebucht

Allgemeines

In dem Seminar 5 „Die dunkle Seite der Macht oder das Fremde in mir." Ego-State-Therapie mit destruktiv wirkenden Ego-States und Täterintrojekten werden fortgeschrittene Konzepte und Techniken der Ego-State-Therapie vermittelt. Die Inhalte des Seminars bauen auf den Seminaren 1 bis 4 auf. Das Seminar kann einzeln oder im Rahmen des gesamten Curriculums gebucht werden. Die in den vorhergehenden Seminaren thematisierten Konzepte und Interventionen werden für die Arbeit mit destruktiv wirkenden Ego-States genutzt.

Das Seminar richtet sich an approbierte ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen bzw. psychotherapeutisch Tätige weiterer Berufsgruppen mit vergleichbarer Ausbildung.

Das Seminar ist für die Zertifizierung in Ego-State-Therapie durch Ego-State-Therapy International (ESTI) zugelassen. Das Seminar ist zusätzlich im Rahmen der Fortbildung in Klinischer Hypnose von der M.E.G. als „C-Seminar“ anerkannt. Das Seminar wird zur Zertifizierung bei der Berliner Psychotherapeutenkammer eingereicht. Es werden 16 Fortbildungspunkte beantragt.

Bitte beachten Sie die Voraussetzungen für die Zertifizierung des Curriculums Ego-State-Therapie durch EST-DE/ESTI sowie die allgemeinen Anmeldebedingungen des IfHE.

Inhalt

Spätestens bei der Thematisierung der Arbeit mit destruktiv wirkenden Ego-States und Täterintrojekten erhitzen sich die Gemüter vieler Kolleginnen und Kollegen. Die Arbeit mit diesen inneren Anteilen ist komplex, teilweise verwirrend und kann mit Befürchtungen und Hilflosigkeit verbunden sein. Andererseits erleben wir sie fast täglich in unseren Praxen. Nicht nur in der Behandlung von Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen sind wir damit von Beginn unserer psychotherapeutischen Arbeit an konfrontiert.

Das Fortgeschrittenenseminar Ego-State-Therapie befasst sich mit dieser Problematik. Es zeigt Wege auf, wertschätzend und kreativ mit destruktiv wirkenden Ego-States und Täterintrojekten zu arbeiten. Dabei wird das Potenzial hervorgehoben, das in dieser Thematisierung liegt. Viele Therapeutinnen und Therapeuten erleben dies, als würde eine angezogene Handbremse gelöst. Die Arbeit verläuft auf mehreren Ebenen und über mehrere Wege. Zugrunde liegt ein Spektrum der Dissoziation, das mit einem Spektrum destruktiv wirkender Ego-States“ korrespondiert. Dieses Spektrum reicht vom sogenannten inneren Kritiker bis hin zum kaum erreichbaren täternahen Anteil. Der konzeptionelle Ausgangspunkt besteht aus der Annahme der protektiven Bewältigungsfunktion dieser inneren Anteile hinsichtlich der Befriedigung basaler Grundbedürfnisse. Der konzeptionelle Zugang baut auf dem psychotraumatologisch orientierten Dissoziationsverständnis von Pierre Janet auf.

Das Seminar soll Mut machen für die Arbeit, neues Handwerkszeug liefern und einen neuen Zugang in der Arbeit mit diesen Anteilen ermöglichen. Die Vorgehensweisen der Ego-State-Therapie, die in den Grundausbildungsveranstaltungen vermittelt wurden, werden dabei genutzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihr Repertoire erweitern und ihren Patientinnen und Patienten mit neuen Impulsen begegnen.

Methoden

Im Seminar wird den Teilnehmer*innen ein Einblick in die theoretischen Ansätze, die Methoden und Behandlungsstrategien der Arbeit mit verletzten Ego-States praxisnah und abwechslungsreich vermittelt. Durch Demonstrationen, Übungen und Diskussionen wird ein vielfältiger Zugang geschaffen. Die Vorgehensweisen sollen anhand eigener Themen der Teilnehmer*innen demonstriert werden. Das Seminar wird die Möglichkeit bieten, erste Schritte dieser Thematik unmittelbar anzuwenden, also in die eigene psychotherapeutische Arbeit einzuflechten.

Literatur

  • Fritzsche, K. (2018). Praxis der Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.
  • Kai Fritzsche (2018). Grenzerfahrungen, Grenzübergänge, überwundene Grenzen. Mit Ego-State-Therapie von der Dissoziation zur Integration. Hypnose - Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie(Hypnose-ZHH), 13 (02)119-139.
  • Fritzsche, K. (2017). Zwei Gesichter der Dissoziation: Ego-State-Therapie zur Behandlung von Traumafolgestörungen. Psychotherapie im Dialog 3, 79-82.
  • Fritzsche, K. & Hartman, W. (2016). Einführung in die Ego-State-Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 3. Auflage.
  • Fritzsche, K. (2013). Einführung in die Ego-State-Therapie. In: Sulz, S.K.D. & Bronisch, T. (Hrsg.) (2013): States of Mind, Ego-States, Selbstmodus – von der zerrissenen zur integrierten Persönlichkeit. München: CIP-Medien.
  • Fritzsche, K. (2014). Einführung in die Ego-State-Therapie. In: Brächter, W. (Hrsg.)(2014). Der singende Pantomime. Ego-State-Therapie und Teilearbeit mit Kindern und Jugendlichen. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.
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